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TU Berlin

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Lupe [1]



n - planen und bauen [2]

Im Jahr 1799 wird die Berliner Bauakademie gegründet. Sie ist der älteste Vorläufer der Technischen Universität Berlin und stand für die Einheit aller Aspekte des Bauens in der Baumeister im Wechsel von Praxis und Theorie ausgebildet werden. Karl Friedrich Schinkel entwickelt sie zu einem Ort weiter, an dem die Mitglieder im gemeinsamen Dialog das Bestehende ebenso erhalten wie auch hinterfragen. Die Schinkelsche Bauakademie stellte sich ganz pragmatisch den gesellschaftlichen Herausforderungen, denn durch den nutzungsoffenen Bau ließ sich bei Bedarf Neues im Bestehenden wagen.

Im Jahr 1876 wird die Berliner Bauakademie mit der Berliner Gewerbeakademie zusammengelegt und die Königliche Technische Hochschule Charlottenburg gegründet. Das 1884 fertiggestellte Hauptgebäude wurde als Monumentalbau im Stil der Neorenaissance errichtet während die Nebengebäude aus dieser Zeit bescheidener sind oder stark von der Schinkelschule geprägt waren. Die Straßenseite des Hauptgebäudes wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört wie auch weite Teile des übrigen Campus.

Die Neugründung der Technischen Universität Berlin im Jahr 1946 war daher keine feierliche Neueröffnung, sondern vielmehr der gemeinsame Beginn eine neue Universität aus den Trümmern des Nationalsozialismus zu errichten. Studierende und Beschäftigte haben so über Jahre hinweg gemeinsam gearbeitet, um neben Bildung und Forschung, die TU Berlin als Universität auch ganz praktisch aufzubauen. So hat beispielsweise Herta Hammerbacher als Professorin für Landschaftsarchitektur der TU Berlin den Campus als Lehrprojekt entwickelt, der nicht als Parkplatz der autogerechten Stadt ihrer Zeit dienen sollte sondern als Park der Erholung und Kommunikation. In die prozesshaften Gestaltung bezog sie die Nutzer_innen mit ein und recycelte vorhandenes Material.

Das Preisgericht für die strukturelle Gesamtplanung der TU Berlin wird 1968 durch ein Go-In mit den Forderungen der Studierendenbewegung nach einer zukunftsweisenden Universität konfrontiert. Als Resultat dürfen die Anfang 30-jährigen Georg Kohlmaier und Barna von Sartory das Mathematikgebäude gestalten, das 1981 eingeweiht wird und als ein früher Höhepunkt der Ökomoderne gilt.

Auch heute werden der Campus und die Gebäude vielfach durch die Mitglieder der TU Berlin mitgestaltet, sei es durch die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen, Pflanzungen von Obstbäumen, den Bau von Sitzmöbeln, die Entwicklung eines campusinternen Wärmenetzes und schließlich die Einrichtung eines Baubeirats, der die fachlichen Kompetenzen aus den Fachgebieten der TU Berlin stärker in die Entwicklung der Liegenschaften einbringt.

 

Freiflächen und Grünflächen [3] - Liegewiesen, Natur- und Gartendenkmäler, Spielplätze, Verkehrsflächen

Gebäudebestand und Baumaßnahmen [4] - Ein ganzes baugeschichtliches Ensemble und zugleich Bauen/Umbauen im Bestand und Neubauten

Liegenschaftsentwicklung [5] - Wie wollen wir zukünftig studieren, lehren, forschen, arbeiten und leben? Wo geht die Reise hin? Wo wollen wir, dass die Reise hingeht?

 

 

Nachhaltigkeitsportal im Aufbau - bitte ergänzen! [6]

Dies ist nur ein erster Aufschlag und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Nachhaltigkeitsberichtserstattung an der TU Berlin ist bewusst als partizipativer Prozess gestaltet. Reichen Sie daher gerne ihre Berichte ein und helfen sie diese Portal sukzessive zu erweitern, so dass das vielfältige Engagement der TU Berlin gut abgebildet wird. Geben sie auch gerne Überarbeitungsvorschläge. Bericht/Vorschlag einreichen [7].

 

 

Aktuelles - n planen und bauen [8]

  • Ein Campus im baulichen Nachhaltigkeitswandel?
  • Bienen auf dem Campus - ein Paradies für Insekten und Imker
  • Baumbestand der TU Berlin - artenreich, bunt und schön
  • Kritische Betrachtung des TU Campus von Herta Hammerbacher - Aktueller Stand
  • Nachhaltigkeitswettbewerb - Drei Freiflächenprojekte
  • Hertzallee - Verlängerung und Neugestaltung
  • Ostgelände - Erweiterung und Neubauten - Mathe und IMOS
  • Severingelände - Nachhaltige Liegenschaftsentwicklung

Ein Campus im baulichen Nachhaltigkeitswandel? [9]

Beitrag von Nicolas Kerz, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Referat Nachhaltiges Bauen, Alumni der TU Berlin und externes Mitglied des Nachhaltigkeitsrates der TU Berlin

Status Quo

Wenn man als Absolvent der TU Berlin nach mehr als 20 Jahren über den TU-Campus am 17.Juni geht und sich die Gebäude von innen und außen betrachtet, stellt man schnell fest – es ist noch ganz Vieles so wie schon während des Studiums. Man bewegt sich sicher zwischen den Gebäuden, kennt die Haupt- und Nebenwege, die Abkürzungen, die Kommunikationszonen, die schönen und die weniger schönen Ecken, erkennt Neues und wundert sich über Altes, was auch schon vor 20 Jahren sanierungswürdig war. 

Beim zweiten Blick stellt man sich als Bauingenieur die Frage, wie wohl der „Bauliche Masterplan Nachhaltigkeit“ für den Campus aussieht, da die Gebäude selbst keine direkte Auskunft über die bestehenden bzw. geplanten Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Campus liefern. 

Mit ein wenig Rechercheaufwand stellt man fest, dass die TU Berlin Vorreiter für Klimaneutralität werden möchte, Begriffe wie „Sustainable Campus“ tauchen auf und dass die Lehre zu Nachhaltigkeitsthemen im Bauwesen gut aufgestellt ist. Der Nachhaltigkeitsrat informiert und regt an, Transparenz und Berichterstattung sind wichtig – somit ist die TUB eigentlich viel weiter als vor 20 Jahren – man möchte also in den nächsten Jahren noch einiges bewegen.

Als externes Mitglied des Nachhaltigkeitsrates für den Bereich „Nachhaltiges Bauen“ interessiert man sich natürlich für die Gesamtstrategie der TU Berlin. Man sucht nach den „Sustainability Keywords“ und fragt sich, ob alle am Bau Beteiligten die Sprache der Nachhaltigkeit ausreichend gut beherrschen geschweige verstehen.

  • Wie lauten wohl die „SDG’s“ - die Sustainable Development Goals für die bauliche Transmission 2030 oder gar 2050?

  • Wird Nachhaltigkeit mit Ökologie und Ökologie mit Energieeffizienz gleichgesetzt?

  • Wie ist der Status Quo des Bestandes im Hinblick auf den „Carbon Footprint“ oder möchte man vielleicht zukünftig über GWP total oder doch lieber über GWP luluc berichten. 

  • Stellen die SVHC´s oder eher die TVOC´s in der Zukunft Probleme für den Campus dar?

  • Wo liegen die Unterschiede zwischen Sustainable Campus, Green Campus, Zero Waste Campus, Triple Zero Campus, braucht man ggf. einen Low Radiation Campus, wann kommt der Free Accessibility Campus?

In der heutigen Zeit erscheint es somit unumgänglich zu sein, sich zu Zielen bekennen zu müssen und diese in der Regel durch markante Anglizismen zu unterstreichen. 

Das was aber wirklich im Vordergrund stehen sollte ist die einfache Frage: Haben wir im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung die im eigenen Zuständigkeitsbereich zur Verfügung stehenden Potenziale identifiziert und genutzt?

Aber nochmal zurück auf Start

Selbst wenn man sich noch nie mit den detaillierten Nachhaltigkeitsaspekten im Bauwesen auseinandergesetzt hat, gilt immer eine „Goldene Regel“ – ohne Potenzialanalyse auch keine Nachhaltigkeitsoptimierung bzw. sinnvolle Entwicklungsziele (SDG’s). 

Für den Campus der TU Berlin bedeutet dies u.a. eine Analyse der Liegenschaft mit seinen Gebäuden hinsichtlich:

  • Potenzialanalyse der versiegelten Flächen zu unversiegelten Flächen im Hinblick auf eine Nachverdichtung oder Entsiegelung,

  • Potenzialanalyse des Gebäudebestandes bzgl. Denkmalschutzauflagen an Fassaden und Dächern im Hinblick auf Fassadenbegrünung und Gründächer als Beitrag zur Reduzierung von Wärmeinseleffekten, Verbesserung der Biodiversität und des Mikroklimas,

  • Potenzialanalyse hinsichtlich der Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien (u.a. PV, Solar),

  • Potenzial des liegenschaftsbezogenen Energiemanagements im Hinblick auf Lastverteilungen im Bereich des Kälte-Wärme-Managements,

  • Potenzial im Bereich des Nutzflächenangebotes im Hinblick auf ein dynamisches Flächenmanagement und zukünftige Arbeitsformen (u.a. Work-Space 2030), 

  • Entwicklungspotenzial im Bereich zukunftsfähiger Kälteerzeugung / zukunftsfähiger Kältemittel im Hinblick auf die F-Gas-Verordnung,

  • Potenzial für standortbezogene Regenwasserbewirtschaftung im Hinblick auf Starkregenereignisse und Folgeschäden

  • Potenzial der standortbezogenen Ressourcenverfügbarkeit im Hinblick auf Urban Mining Strategien

  • Gefährdungspotenzialanalyse im Hinblick auf den bestehenden Eintrag von Schwermetallen in die Umwelt aus Oberflächenbeschichtungen oder -veredelungen sowie Eindeckungen,

  • dem Wandel vom Effizienzansatz zum Suffizienzansatz.

Neben den großen Potenzialanalysen sind die eigenverantwortlichen Bereiche der TU Berlin in Abgrenzung zu der Senatsverwaltung sowie die Alltagsprozesse in der Verwaltung im Hinblick auf eine nachhaltige Beschaffung gleichermaßen von Bedeutung. Auch hier gilt für das Bauwesen eine „Goldene Regel“ – nur wer Qualitäten fordert, beschreibt und gezielt ausschreibt, bekommt diese auch angeboten und geliefert. Darüber hinaus kann auch durch freiwillige Einführung von Qualitätskontrollen bei der TU Berlin orientierend an Bewertungssystemen zum nachhaltigen Bauen zu einem Gelingen des Masterplans beitragen werden. 

Dabei ist klar ersichtlich, dass viele dieser Fragestellungen und Untersuchungen schon immer mit baulichen Entscheidungen direkt verknüpft waren und sind – diese ganzheitlichen Betrachtungsansätze scheinbar ein wenig in Vergessenheit geraten sind. 

Langfristige Nachhaltigkeitsstrategie

Erst mit der Identifikation der Problemfelder und der bestehenden Potenziale kann eine Nachhaltigkeitsstrategie für 2030 oder gar länger für die baulichen Maßnahmen der TU Berlin abgeleitet werden. Die konkreten Maßnahmen unter Berücksichtigung der bestehenden Wechselwirkungen zu den formulierten TU-spezifischen Nachhaltigkeitszielen stellt dabei die größte zu nehmende Hürde dar. Denn Nachhaltiges Bauen heißt Entscheidungen nach Abwägung aller Randbedingungen zu treffen. Diese ändern sich permanent, die Transmission erfolgt im laufenden Betrieb und somit gibt es oftmals kein absolut richtig oder falsch. Wichtig ist es, den Dreiklang der Nachhaltigkeit bei seinen Entscheidungen immer wieder zu hinterfragen, zu dokumentieren und zu diskutieren.

Als Universität stehen die sozialen Verantwortlichkeiten der Ökologie und Ökonomie in nichts nach. Der große Vorteil ist dabei, dass die TU Berlin mit ihren Fachgebieten über das baufachliche Wissen verfügt und man den interdisziplinären Findungsprozess selbst initiieren könnte. Nachhaltiges Handeln bedeutet dabei nicht nur Lippenbekenntnisse zu formulieren, sondern Aktivitäten zu zeigen und diese auch auf dem Campus sichtbar darzustellen. Hier können alle Akteure von der Leitung, der Bauverwaltung, den Fachgebieten bis hin zu den Studierenden gleichermaßen zum Gelingen beitragen. Ein wesentlicher Teil der Transformation wäre dabei der Rollenwechsel aus dem eher reaktiven in den aktiven Bereich - Ein aktiver Umbau des Campus!

Wie ist die derzeitige Wahrnehmung

Wie sehen die Einzelbausteine der Nachhaltigkeitsstrategie der TU Berlin und deren Meilensteine zur Umsetzung in der derzeitigen Wahrnehmung aus? Es erscheint für Außenstehende nicht klar, wohin und wie schnell die „Reise“ gehen soll, wie haben sich interne Prozesse geändert bzw. wo liegt der Unterschied zum bisherigen Bauen an der TU Berlin. Selbst wenn die Ziele schon formuliert sind, gibt es noch kein bauliches Maßnahmenprogramm für den Campus hinsichtlich einer zeitaufgelösten Umsetzung bzgl. 2030 oder 2050. 

Wenn man aber bis 2030 für den Gebäudebereich etwas Messbares erreichen möchte, ist keine Zeit mehr für Zögern! Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird keine der laufenden Maßnahmen in den nächsten 10 Jahren baulich nochmal überarbeitet, somit müssen die laufenden Projekte die übergeordneten Nachhaltigkeitsziele auch schon heute bestmöglich unterstützen.

Nicolas Kerz - BBSR - Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung - nicolas.kerz@bbr.bund.de [10] 

 

 

Bienen auf dem Campus - ein Paradies für Insekten und Imker [11]

Lupe [12]

Wenn es summt um den Kopf von Lars Paasche im PC-Gebäude der TU Berlin, dann sind es nicht immer die Geräte des Elektrotechnikers in seiner technischen Werkstatt. Und es sind auch nicht nur die Doktoranden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihm Reparaturen und neue Versuchsaufbauten besprechen. Lars Paasche ist Hobby-Imker und lässt auf dem Campus der TU Berlin zwei Bienenvölker fliegen. 20 bis 30 Kilo Honig bringen ihm die fleißigen Tierchen jährlich auf den Balkon am PC-Gebäude.

„Ich war sehr glücklich, als ich vor drei Jahren die Erlaubnis bekam, einige Bienenkästen hier auf dem Balkon aufzustellen“, erzählt der Vater einer einjährigen Tochter. „Ich arbeite zwar gern in der Stadt, aber das landwirtschaftliche Arbeiten hat mir irgendwie gefehlt“, erzählt er. Bereits seit sechs Jahren beschäftigt er sich mit der Imkerei, betreibt in der Nähe des Wohnorts seiner Eltern in Wandlitz einen weiteren Bienenstand – dort wird der Honig auch geschleudert – und hilft ehrenamtlich im Bienengarten Charlottenburg. Von der süßen Leckerei ist nicht nur er selbst begeistert, auch die Kolleginnen und Kollegen profitieren davon. „Hier auf dem Campus und im nahe gelegenen Tiergarten sammeln meine Bienen zum Beispiel von Kastanien, von Götterbäumen, Linden und Vergissmeinnicht“, erklärt er. „Für meinen Honig kann ich natürlich keine Sortenreinheit garantieren. Ich kann nur in etwa einschätzen, was die Bienen gerade sammeln“, sagt Lars Paasche bescheiden. Doch sein Honig hat DIB-Qualität, das ist der Standard des Deutschen Imkerbundes – auch was den Wassergehalt des Honigs betrifft, der sehr gering ist. Das hat er prüfen lassen. „Bis zu 60 Pflanzenarten haben meine Bienen demnach besucht“, erzählt er stolz. Tatsächlich scheint es den Bienen in der Stadt besser zu gehen als auf dem Land. Das ist auch seine Erfahrung. „Sie sind geschützter vor Klimaeinflüssen und auch vor Pestiziden.“ Und so ist der 40-Jährige nicht nur beliebte Anlaufstation für Reparaturen an der technischen Einrichtung, für Ideen für Versuchs- und Beleuchtungseinrichtungen, sondern kümmert sich auch gern um das leibliche Wohl von Kollegen- und Praktikantenschar. Gegen eine geringe Aufwandsentschädigung gibt er auch gern seinen TU-Honig ab.

Lars Paasche - l.paasche@tu-berlin.de [13] 

Patricia Pätzold, "TU intern" 9. Oktober 2017

 

 

Baumbestand der TU Berlin - artenreich, bunt und schön [14]

Lupe [15]

Zum positiven Einfluss der Bäume auf das Campusleben

Die Campusnatur stellt einen Teil des Campus und ein Element im Leben an der Universität dar. Die Bäume, insbesondere die großen und mächtigen Bäume, die sogenannten „Baumriesen“ sind zugleich Motiv und Motto für Projekte für Studierende unter Leitung der Stabsstelle SDU. 

Mit einem Konzept zur Langzeitbeobachtung des Baumbestandes der TU Berlin am Beispiel der Hertzallee, erarbeiteten Studierende eine Grundlage für eine Dokumentation auf Dauer. Damit wurde eine mögliche Bewertung für den „Vorteil zukünftiger gestalterischer Maßnahmen“ geschaffen und eine versachlichte Diskussionsgrundlage für zukünftige Entscheidungen über den Baumbestand mit Daten und Fakten begonnen. Auf einer solchen Grundlage können kontinuierliche Veränderungen besser durch die Planung und Betriebspraxis reflektiert werden.

Wegen der langen Lebensdauer und trägen Reaktionen auf Umwelteinflüsse eignen sich Bäume besonders für Langzeitdokumentationen als Beobachtungsobjekt. Eingriffe in die Umweltbedingungen führen erst zeitversetzt zu Veränderungen des Baumzustandes. Damit wurde nun auf dem Campus der TU Berlin ein erster Schritt unternommen. 

Michael Hüllenkrämer - SDU - michael.huellenkraemer@tu-berlin.de [16] 

 

 

Kritische Betrachtung des TU Campus von Herta Hammerbacher - Aktueller Stand [17]

Lupe [18]

Wie sich die Außenräume der TU aktuell darstellen und was ihre Vision sein könnte

Ein Beitrag von Kristina Schönwälder, Landschaftsarchitektin und Wissenschaftliche Mitarbeitern im Fachgebiet Landschaftsbau/ Objektbau (Fakultät VI, Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung)

Der Campus der TU Berlin wurde In den 1950-80er Jahren von der Berliner Landschaftsarchitektin und -modernistin Herta Hammerbacher geplant – nach wie vor sind viele originale Elemente erhalten, aber diese wurden über die Jahre verschlissen oder verformt und insgesamt mangelt es an Barrierefreiheit sowie Sitzgelegenheiten. Auch wenn es noch einzelne schöne Nischen auf dem Campus gibt, so fehlt es doch an einem ästhetischen Gesamterscheinungsbild.

Dabei zeigte Hammerbacher mit ihrer Planung, dass qualitativer Freiraum nicht unbedingt viel kosten muss. Als sie begann, die kriegszerstörten Außenräume auf dem Stammgelände der TU neu zu denken, hatte sie vor allem eines im Sinn: Sie wollte einen Garten der Erholung und Kommunikation schaffen, der zudem gestalterischen Vorzeigecharakter aufweist und als Lehrobjekt dienen kann. Sie knüpfte an die Ideen der ursprünglichen Gestaltung an, die sich an den Idealen des Landschaftsgartens des 19. Jahrhunderts orientiert hatte, und dachte diese weiter. Nicht um die „sich selbst ästhetisierenden“ und „unnötig schlängelnden Wege“ ging es ihr, sondern um organisch-funktionale Wegeführungen, die sich den pragmatischen Forderungen der damals propagierten, autogerechten Planung widersetzten. Charakteristisch für Hammerbacher ist die Modellierung der Landschaft, insbesondere das Arbeiten mit Mulden und Sitzmauern. Hiermit schafft sie ein Relief, das psychologisch der Abgrenzung von Räumen und somit dem Wohlgefühl und der Orientierung dient.  Mit kaum vorhandenen finanziellen Mitteln nach dem Krieg wurden die neuen Außenanlagen umgesetzt. Zwei große, abgesenkte und mit Linden umsäumte Rasenflächen fungierten als Liegewiesen. Gehwege wurden in einer ungewöhnlichen Bauweise, rhythmisierend gestreift, aus wiederverwendeten, noch ganz erhaltenen und polygonal gebrochenen Granitplatten wiederverwertet verlegt. Typisch sind die „ausgefransten“ Ränder der Wege und der Verzicht auf Randeinfassungen. Der Osten des Geländes wurde durch Rhododendrongehölze untergliedert. Die Gehölze waren Schenkungen, unter anderem aus der nahegelegenen Baumschule des Tiergartens. Ihr genauer Standort wurde erst während des Bauprozesses bestimmt. Den parkenden Verkehr ordnete Hammerbacher entlang der Gebäude an, um die grüne Mitte des Geländes frei zu halten. 

Der Entwurf erwies sich als exzellent auf allen Ebenen: er recycelte vorhandenes Material vor Ort, erzeugte Akzeptanz durch Einbeziehung der Akteure, akzentuierte mit Modellierung und Pflanzung, entstand im Prozesshaften mit einfachen Mitteln. Das Wichtigste ist wohl, dass er städtebaulich sowohl im Stammgelände als auch im Nordgelände den Raum als Freiraum sicherte und in seiner Größe überhaupt erst einen Parkcharakter entstehen ließ. Somit stellt er wertvollen Grün- und Erholungsraum auf einem ziemlich verdichteten Campus dar. Kurz, Hammerbachers Planung würde unter heutigen Betrachtungen in ökologischer, ökonomischer und sozio-kultureller Hinsicht als außerordentlich nachhaltig gelten.

Hammerbachers Konzept des ‚Gartens als Raum’ ist in unserer heutigen Gesellschaft, die das Grün mehr denn je als Sehnsuchtsort und intensiv genutzten Erholungsraum im urbanen Gefüge zu schätzen weiß, ist aktueller denn je. Es könnte nicht als Abbild, sondern als zukunftsweisendes Sinnbild unter Gartendenkmalschutz gestellt werden und auf dem TU Campus weiterverfolgt werden.

Ziel wäre es, unter Einbeziehung des Instituts für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung einen Gestaltungsbeirat für die TU Berlin zu gründen und einen offenen, internationalen Landschaftsarchitektur-Wettbewerb auszuloben, der dem Anspruch einer internationalen Exzellenz-Universität im Herzen Berlins angemessen ist und einen Masterplan mit einer schrittweise umsetzenden Entwicklungsstrategie für die nächsten 10 Jahre, sowie eine Langzeitstrategie für die nächsten 50 Jahre bezogen auf alle Campusbereiche hervorbringt.

Kristina Schönwälder - kristina.schoenwaelder@tu-berlin.de [19] - www.stadtundgruen.de/artikel/der-tu-campus-von-herta-hammerbacher-8105.html [20] 

 

 

Nachhaltigkeitswettbewerb - Drei Freiflächenprojekte [21]

Lupe [22]

Im Rahmen des Nachhaltigkeitswettbewerbs wurden drei Projekte ausgewählt, die einen direkten Einfluss auf die Freiflächen des TU-Campus‘ ausüben.

Mit dem Projekt „Essbarer Campus“ von Campus in Transition wurden auf Grünflächen Obstbäume gepflanzt, um zu dem ökologischen Gewinn auch eine Nutzung durch Obsternte zu erzielen.

Auch konnte sich die Projektwerkstatt UniGardening mit ihrem Konzept “CampusGärten Charlottenburg – urbane Landwirtschaft auf den Campus Charlottenburg” als einer der Preisträger durchsetzen. Neben einem prägnanten räumlichen Entwurf wurden innovative und nachhaltige Modullösungen mit Signalwirkung erstellt, welche auf Campusflächen der TU Berlin aufgestellt wurden und eine Transformation des Campus Charlottenburg hin zu einem essbaren Campus initiieren.

Als drittes wurde auch die Arbeit des Projektes „Benchmark“ des Fachgebiets Landschaftsbau-Objektbau im Wettbewerb gewürdigt, bei dem mit nachhaltigen Materialien neue Lernräume auf den Freiflächen entstehen.

www.unigardening.de/netzwerk/2018/05/campusgaerten-charlottenburg/ [23] 

 

 

Hertzallee - Verlängerung und Neugestaltung [24]

Lupe [25]

Am 20. April 2018 wurde die „Campusöffnung“ durch die Neugestaltung der verlängerten Hertzallee präsentiert. Eingeladen sind nicht nur die Studierenden von TU Berlin und UdK Berlin, auch die Öffentlichkeit kann und soll eintreten. Der Entwurf für die Neugestaltung entstand im Rahmen des Wettbewerbs „Campus Charlottenburg – verlängerte Hertzallee“ im Herbst 2014 und wurde durch die Bürogemeinschaft Lavaland & Treibhaus Berlin umgesetzt. 

Nun beleben Aufenthalts-, Ruhe- und Spielbereiche den Weg, und neue Laternen sorgen für Beleuchtung am Abend. Die ehemalige Kurfürstenallee verläuft über den Campus Charlottenburg und verbindet den Ernst-Reuter-Platz über Fasanenstraße und Hertzallee mit dem Hardenbergplatz am Bahnhof Zoo. Die historische Verbindung ist durch die Neugestaltung nun in einem ersten Abschnitt wieder erlebbar. 

Es ist eine Fortführung der Neugestaltung bis zum Ernst-Reuter-Platz in einem zweiten Abschnitt geplant. Die neu gestaltete Hertzallee wird damit zur wichtigen Wegeverbindung zwischen öffentlichem Nahverkehr, Bibliothek, Mensa und Instituten und leistet einen Beitrag zur Einbindung des Campus in den umgebenden Stadtbezirk.

Bettina Klotz - pressestelle@tu-berlin.de [26] - www.tu-berlin.de/?146768 [27] 

 

 

Ostgelände - Erweiterung und Neubauten - Mathe und IMOS [28]

Lupe [29]

Zwischen Fasanenstraße und S-Bahn-Linie in Berlin-Charlottenburg werden künftig zwei große Wissenschaftshäuser der Technischen Universität Berlin entstehen. Insgesamt fließen in die Neubauten auf dem sogenannten Ostgelände der TU Berlin 124 Millionen Euro. Am 11. September 2017 hat ein Preisgericht aus 22 eingereichten Architekturentwürfen ausgewählt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hatte dazu eingeladen. Den ersten Preis erhalten die Architekten Code Unique Architekten BDA aus Dresden, die Landschaftsarchitekten Rehwaldt Landschaftsarchitekten Dresden und die Tragwerksplaner/TGA CSZ Ingenieur Consult Dresden.

Für das Mathematik-Gebäude sind eine Nutzungsfläche von ca. 14.500 m² und Gesamtkosten von maximal 82 Millionen Euro vorgesehen. Das Interdisziplinäre Zentrum für Modellierung und Simulation (IMoS) soll eine Nutzungsfläche von ca. 5.700 m² umfassen und kostet 42 Millionen Euro. Der Baubeginn erfolgt für beide Gebäude gleichzeitig. Die Fertigstellung des IMoS-Gebäudes ist bis Ende 2021 vorgesehen.

Mit dem Neubau des Mathematik-Gebäudes wird für über 10.000 Hochschulangehörige ein neuer Ort des Studierens und Forschens geschaffen. Mit modernen Hörsälen und Seminarräumen, studentischen Arbeitsplätzen, einer Fachbibliothek und einer Cafeteria werden die Bedingungen für gute Lehre entscheidend verbessert. Auch für die Beschäftigten bedeutet das neue Gebäude eine deutliche Verbesserung ihres Arbeitsplatzes. So werden die Bürobereiche insbesondere für ruhiges, konzentriertes Arbeiten ausgelegt. Für Kommunikation und kollegialen Austausch sind dezentrale Aufenthalts- und Besprechungsräume und Kommunikationszonen geplant.

Das Land Berlin strebt einen Silber-Standard für beide Bürogebäude im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) an.

Pressestelle - www.tu-berlin.de/?188982 [30] - www.tu-berlin.de/?205780 [31] 

Severingelände - Nachhaltige Liegenschaftsentwicklung [32]

Die Liegenschaftsentwicklung eines Universitäts-Campus zu planen, stellt durch die Vielzahl und Heterogenität der Anforderungen eine hochkomplexe Aufgabe dar. Noch größer ist die Herausforderung, wenn nachhaltig geplant werden soll. Dies setzt von Anfang an die ganzheitliche, konzeptionelle und zunächst gleichberechtigte Betrachtung der unterschiedlichen Ansprüche an eine Liegenschaft voraus. Ihre Verortung im Areal als geeignete Bereiche für die jeweiligen Sachverhalte (etwa Mobilität, Freiraumzonierung, Regenwassermanagement, Biodiversität, Energie, Baukörpersituierung, Design für alle usw.)  lässt sich über spezifische Konzepte verdeutlichen. Überlagert man die so entstehenden unterschiedlichen Maßnahmenkonzepte, werden die Interessenskonflikte sichtbar. Dann heißt es, auf Basis angemessener Zielsetzungen abzuwägen, wie, wo und welche Prioritäten gesetzt werden sollen, um schließlich die sinnvoll abgestimmte Kombination für eine ganzheitliche Liegenschaftsentwicklung zu erlangen. 

Beschrieben sind das Vorgehen und die Maßnahmenkonzepte in einer „Checkliste Nachhaltige Liegenschaften“ im Anhang zum BBSR Leitfaden „Nachhaltig geplante Außenanlagen“ (S. 54 f).1)  Orientiert an den Säulen der Nachhaltigkeit – ökologische Qualität, ökonomische, soziokulturell-funktionale Qualität -  wie auch den Querschnittsmaterien - technische Qualität, Prozessqualität und Standortqualität  - werden die für eine ganzheitliche Entwicklung notwendigen Teilaspekte inhaltlich in spezifischen „Maßnahmenkonzepten“ zusammengefasst. 

Vom TU Severingelände zum Campus Salzufer –  Ansätze zur Liegenschaftsentwicklung

Vernetzt mit seinem urbanen Umfeld soll das Severingelände, eine Liegenschaft der TU Berlin am Salzufer, nördlich des Landwehrkanals und östlich der Dovestraße gelegen, grundsätzliche bauliche Veränderungen wie Abriss oder den Neubau von Institutsgebäuden erfahren, da es den aktuellen Ansprüchen eines modernen Universitäts-Campus nicht mehr gerecht wird. Das derzeit trist wirkende Areal soll in einen Ort der Forschung, der Lehre, des Lernens, des Lebens und der Lebensqualität aufgewertet werden. Attraktiv und zukunftsfähig soll der künftige TU Campus Salzufer auch deutliche Freiraumqualitäten aufweisen. Landschaftsarchitektur als urbanistische Disziplin hilft dabei die „passgenaue Antwort auf einen spezifischen sozio-kulturellen Kontext innerhalb der Stadt zu entwickeln“.2)  Innovativ, ganzheitlich und nachhaltig sollen die Lösungen den Anforderungen des frühen 21. Jahrhunderts gerecht werden und perspektivische Antworten geben auf Fragen nach universitärer Forschungsqualität, Klimaverbesserung, zukunftsfähigem Regenwassermanagement, Biodiversität oder lebendigem studentischem Leben. 

Das Maß der Ausnutzung des Grundstücks wie auch die Situierung der Baukörper sind die den Freiraum qualitativ am stärksten beeinflussenden Planungsentscheidungen. Von größter Relevanz sind dabei die Höhenentwicklung und die Ausrichtung (Exposition) der Gebäude, deren Schattenwurf sie bestimmen, womit sie die realisierbare Freiraumqualität definieren wie auch die erzielbaren Sympathiewerte der Außenanlagen. 

Markantes Alleinstellungmerkmal ist die Lage des Campus am sonnigen Landwehrkanalufer. Im Freiraumkonzept Charlottenburg-Wilmersdorf 3) ist hier ein wichtiger überregionaler Grünzug vermerkt. Gravierende Defizite sind allerdings unverkennbar, denn die Grünzug-Funktion wird durch eine weitgehende Nutzung ufernaher Flächen für den fließenden und ruhenden Verkehr massiv eingeschränkt. Landschaftsarchitektonisch optimierbar, stellt gerade dieser Abschnitt am Landwehrkanal ein enormes Zukunftspotenzial für Erholung, Biodiversität und Regenwassermanagement dar. Die innige Verknüpfung von Flussraum und urbanem Umfeld im Zuge der Transformation zum Campus Salzufer kann dazu beitragen, dass der überregionale Grünzug auch tatsächlich in seiner essenziellen (als Fließgewässer auch nicht zu verlagernden) Funktion voll inhaltlich wirksam werden kann. Das einzigartige Freiraumpotenzial am Landwehrkanalufer verlangt sensible Zurückhaltung, sollte der ehrgeizige Wunsch nach einer markanten Uferverbauung laut werden.

Um die ökologischen Vernetzungsfunktionen in Flussnähe und damit die Biodiversität durch Trittstein-Biotope zu stärken, sind Begrünungen von Institutsgebäuden vorgesehen. Wo diese als nutzbare, klimafreundliche Intensivbegrünungen geplant sind, bieten die grünen Dächer Kompensation zum beschränkten Freiraumangebot auf Erdgeschossebene. Als unentbehrliche Elemente des nachhaltigen Städtebaus ermöglichen Intensivbegrünungen langlebige Ersatzbiotope auf Dächern und bringen zudem hohe Biotopflächenwerte (BFF-Werte). 

Forschung und Lehre wollen zudem die Wirkungen von Intensivbegrünungen ausloten. Nicht zuletzt im Interesse künftiger Ernährungssicherheit braucht es universitäre Orte, wo sich das spezifische Potenzial urbaner Flachdächer erproben lässt, werden doch seit Jahrzehnten „die für die Ernährung der Menschen so wichtigen Ökosysteme immer stärker belastet“ 5)  bzw. fruchtbare Böden kontinuierlich reduziert. 

In die Baustrukturen eingebettete Freiräume – freiraumtypologisch ist es eine Abfolge von Höfen, ‚durchfließendem‘ Grün sowie begrünten Dachterrassenlandschaften - sollen universitäres Leben mit hoher Aufenthaltsqualität begünstigen. Gesucht wird nach „vitalen, aneignungsfähigen Alltagsorten“ 4) und einer Freiraumzonierung, die studentische Arbeitsplätze im Freien, Freibereiche für Forschung und Werkstätten, Mensa oder Gastronomie, Bereiche für sportliche Erholungspausen, mit Kühlungseffekten, Pflanzenproduktion, ggf. auch Möglichkeiten der Kinderbetreuung und zum Spazieren - alles integriert in lockeres, ansehnliches Grün, begünstigt. 

Neu zu denken ist die Mobilität und generelle Verkehrsorganisation, um die propagierte „Stadt der kurzen Wege“ zu erzielen, die Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit zu steigern und bei gleichzeitiger Minimierung von Flächen für den motorisierten Individualverkehr ausreichende Flächen für Feuerwehr-, Anlieferungs-  und Werkstätten-Manipulationsflächen zu gewähren. Dabei einen geringeren Versiegelungsgrad als bislang zu erreichen, ist ein generelles Ziel.

Maßnahmenkonzepte als grundlegende Schritte zum nachhaltigen Campus

Basis für die Aufgabenstellung im Rahmen eines studentischen Projektes und die Überlegungen aus freiraumplanerisch-landschaftsarchitektonischer Sicht waren die von der TU-Abteilung IV Gebäude- und Dienstemanagement dankenswerter Weise zur Verfügung gestellten Unterlagen, sowie durch eigene Begehungen und Analysen erhaltene Kenntnisse von den Gegebenheiten im Bereich Severin-Geländes. Die Bestandsaufnahme zeigt das größtenteils versiegelte Areal.

 

 

Bild: Bestandssituation Severingelände

Am Beispiel des besonders gelungenen Entwurfs im Masterstudio Landschaftsarchitektur von Florian Rüster, B.Sc. 6) wurden die unterschiedlichen Maßnahmenkonzepte, die zum nachhaltigen Liegenschaftsentwicklungsplan für den künftigen „Campus Salzufer“ führen, exemplarisch durchgespielt. Eine Schattenstudie verdeutlicht die Aufenthaltsqualität zu verschiedenen Tageszeiten Ende März und Ende September.

 

 

 

Bild: Entwurf von Florian Rüster

Verlangt werden in der „Checkliste Nachhaltige Liegenschaften“ im Anhang zum BBSR Leitfaden „Nachhaltig geplante Außenanlagen“ 1) folgende Maßnahmenkonzepte zur ökologischen Qualität (S. 55) 1): ein „Wasser- und Abwasserkonzept mit dezentraler Regenwasserbewirtschaftung“; ein Konzept zu „Bodenschutz und Versiegelungsgrad“, zum „Klimawandel“ und zur „Biodiversität“.

 

 

 

Bild: Zwei Beispiele von ökologischen Aspekten zum Maßnahmenkonzept

Um die Nachhaltigkeit hinsichtlich ökonomischer Qualität (S. 56) 1) zu gewährleisten werden Maßnahmenkonzepte zu „Kosteneffizienz-, Transformations- und Umnutzungseignung“ gefordert wie auch ein „Mehrfachnutzungskonzept“, ein Maßnahmenkonzept „zu Vorsorge-, Reserve- und Wartungsflächen“ und ein Konzept zur „Energie“. 

Die soziokulturell-funktionalen Qualitäten (S. 57) 1) soll ein „Freiraumzonierungskonzept“ garantieren, ein Konzept zu „Erschließung und Mobilität“, eines zum „Design für alle / zu Barrierefreiheit und Gendergerechtigkeit“; ein Maßnahmenkonzept zu „Bewegung und Spiel“ und falls zutreffend, eines zur „Denkmalpflege“. 

 

 

Bild: Soziokulturelle und funktionale Qualitäten an zwei Beispielen

Für die Technische Qualität (58) 1) wird ein Maßnahmenkonzept zum „Angepassten Technologieeinsatz“, ein „Materialkatalog“ sowie ein „Freimachungs- und Recyclingkonzept“ gefordert. 

 

Bild: Technologieeinsatz als Beispiel für die technische Qualität

Um die Prozessqualität (58) 1) abzubilden, werden ein Maßnahmenkonzept zur „Integralen Planung“ und ein „Informations- und Partizipationskonzept“ verlangt.

 

 

Bild: Maßnahmenkonzept zur „Integralen Planung

Nachhaltigkeit in Bezug auf die Standortqualität (58) 1) soll ihren Niederschlag finden im „Bebauungskonzept“ und – falls zutreffend – im „Regionalen Hochwasserschutzkonzept“.  

Eine frühe Fokussierung auf unterschiedliche Ansprüche an ein Areal in Form von Maßnahmenkonzepten machen Konflikte und Synergien sofort erkennbar und erwirken die Aushandlung sinnvoller Lösungen. Von Beginn an mitgedacht, repräsentieren Maßnahmenkonzepte die Basis zur Erzielung einer nachhaltigen Liegenschaftsentwicklung.

Kontakt - Frau Prof. Cordula Loidl-Reisch - cordula.loidl-reisch@tu-berlin.de [33] - www.objektbau.tu-berlin.de/ [34] 

  1. RICHTER, Eike, LOIDL-REISCH, Cordula et al; BBSR (Hg.): 2012, 2018 (2): Leitfaden „Nachhaltig geplante Außenanlagen“ Berlin (Eigenverlag)
    www.nachhaltigesbauen.de/fileadmin/pdf/veroeffentlichungen/Aussenanlagen_barrierefrei2019.pdf

  2. S. 154 in:  PETROW, Constanze A. 2016: Landschaftsarchitektur als urbanistische Disziplin. S. 154,155 in: Grosch, L., Petrow, C. A.: Parks entwerfen. Berlins Park am Gleisdreieck oder die Kunst, lebendige Orte zu schaffen. Berlin, Jovis Verlag

  3. FREIRAUMKONZEPT CHARLOTTENBURG WILMERSDORF:
    www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/aemter/umwelt-und-naturschutzamt/naturschutz/freiraumplanung/artikel.112935.php

  4. S. 155 - in:  PETROW, Constanze A. 2016: Landschaftsarchitektur als urbanistische Disziplin. S. 154,155 in: Grosch, L., Petrow, C. A.: Parks entwerfen. Berlins Park am Gleisdreieck oder die Kunst, lebendige Orte zu schaffen. Berlin, Jovis Verlag

  5. S. 4 in: MÖLLER, Uwe (2017): Auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft. S. 4 in: Zuschnitt 65, Zeitschrift proholz Austria

  6. PASEL, Ralf; LOIDL-REISCH, Cordula (Hg.) (2018): Campus Salzufer. Berlin: Universitätsverlag der TU Berlin

     

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